Achtsamkeits-Impuls: Ärger vergeht

Sind wir ausgeglichen und zufrieden, ist es leicht, den Augenblick zu leben und den Moment wertzuschätzen. Unsere Herzen sind dann offen für das Schöne. Praktizieren wir jetzt Achtsamkeit, erfreuen wir uns schnell an Kleinigkeiten. Zum Beispiel genießen wir den Kontakt mit uns selbst, wenn wir achtsam gehen und dabei spüren, wie sich ein Fuß nach dem anderen auf dem Boden abrollt.

Zerren jedoch Geistesnöte an unserer inneren Balance, ist es mit der Achtsamkeit schnell vorbei. Neid, Ärger, Wut oder auch Trauer sind Emotionen, die uns schnell aus der bewussten Präsenz reißen. Doch gerade in solchen Momenten ist es wichtig, achtsam zu sein. Diese negativen Gefühle müssen wir annehmen. Aber Achtung: Wir haben diese Emotionen, aber wir sind nicht diese Emotionen. Es wäre ein Fehler, annehmen mit identifizieren zu verwechseln. Annehmen bedeutet, dass du zum Beispiel den Ärger liebe-voll willkommen heißt und ihn betrachtest: Warum reagierst du so verärgert, warum triggert dich eine Situation derart und wie fühlt sich dein Ärger körperlich an?

Aus der Distanz bekommst du Abstand zu der Emotion, so dass sie dich nicht mehr vereinnahmen kann. Sie beginnt sich aufzulösen. Du erkennst, dass Ärger vorübergehend ist. Jetzt bist du ärgerlich, doch Ärger ist nicht immer da, Ärger vergeht. Aus der Distanz erkennst du außerdem, dass du entscheidest, ob du dich von deinem Ärger leiten lässt. Mit dieser Erkenntnis verändert sich etwas und du findest wieder mehr und mehr zu deiner Mitte zurück.

 

“Wenn die Achtsamkeit etwas Schönes berührt, offenbart sie dessen Schönheit.

Wenn sie etwas Schmerzvolles berührt, wandelt sie es um und heilt es.”

Fernöstliche Weisheit

 

Über Achtsamkeit im allgemeinen, was das ist und wie es dir hilft, kannst du hier weiterlesen