Achtsamkeits-Impuls: Innere Stille

Der Religionsphilosoph Ahmad Milad Karimi antwortete im Rahmen des Philosophischen Cafés im Hamburger Literaturhaus auf die Frage, was für ihn Religion sei: „Religion ist Atempause, Religion schenkt Ruhe.“

Ruhe und Stille sind etwas, was eine besondere Qualität hat. Die Stille in uns ist immer da, nur hören wir sie meist nicht. Unser Körper ist ein Hochleistungsapparat, unermüdlich laufen zig Prozesse in ihm ab, unentwegt fließt Energie – und alles in Stille. Wenn du ständig unter Strom stehst und schließlich zur Ruhe kommst, wirst du sicherlich erst einmal die Erschöpfung deines Körpers spüren. Doch lässt du diese zu und vorübergehen, fühlst du eine unendliche Kraft in dir. Diese Kraft ist immer da, du musst ihr nur nachspüren. Und genau dafür bedarf es der Stille.

Übe dich darin, dich mit deiner inneren Stille so oft es geht zu verbinden. In dem Moment, wo du achtsam einen tiefen Atemzug nimmst, wird es ganz still in dir. Daher ist bereits ein einziger Atemzug Stille. Probiere es aus: Baue diese bewussten Atemzüge möglichst häufig in deinen Tag ein. So verankerst du tiefe Stille in dir. Das hilft dir, zentrierter bei dir zu bleiben und Situationen aus der Ruhe heraus zu betrachten. Du wirst geduldiger, lässt dich nicht mehr so schnell von emotionalen Reizen davon reißen und kannst somit besser für dich sorgen. Ebenso wirst du offener für alles, was dir im Leben begegnet, denn aus der Stille heraus entwickelst du eine annehmende und furchtlose Akzeptanz. Diese Stille nährt dein Urvertrauen, das Göttliche in dir.

 

“Man muss den Dingen die eigene, stille ungestörte Entwicklung lassen, die tief von innen kommt und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann, alles ist austragen – und dann gebären…”

Rainer Maria Rilke

 

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