Achtsamkeits-Impuls: Mit Selbstliebe gegen die Angst

In der Zen-Tradition strebt man an, den „großen Tod“ zu sterben. Es geht um den Verlust des wertenden und kritisierenden Ich. Stirbt man den „großen Tod“, gibt es kein richtig oder falsch mehr, kein hässlich oder schön, und vor allem hat man in diesem Zustand seine Ängste überwunden. Dieser Zustand ist sicherlich einer, für dessen Erreichung man ein ganzes Leben braucht. Wir klammern uns an Illusionen, zu denen auch Image und Status zählen, und machen uns ein Bild davon, wie unser Leben aussehen soll. Dieses Bild verbinden wir mit Glück. Diese Illusion ist jedoch nichts weiter als eine Flucht vor unseren Ängsten, die in unserem Inneren rumoren.

Spüre einmal sehr achtsam in das Bild hinein, das du nach außen präsentierst. Warum strampelst du dich derart ab, um sowohl im Beruf als auch in Bezug auf Kinder und Lebenspartner den höchsten Ansprüchen gerecht zu werden? Sehr oft meinen wir, etwas darstellen zu müssen, weil es uns an Selbstliebe fehlt. Fehlende Selbstliebe schürt Ängste, wie zum Beispiel die Angst nicht mithalten zu können. Begegnest du deinen Urängsten, ist das schmerzhaft und fühlt sich gewiss so an, als würdest du einen Tod sterben. Doch sobald du einmal den „großen Tod“ gestorben bist, wirst du alles, was dir im Leben begegnet, so annehmen, wie es ist. Das ist ein Zustand, in dem du frei von Ansprüchen und Vorstellungen bist, auch in Bezug auf dich selbst. Du lässt los, hältst nicht länger fest. In diesem Zustand versöhnst du dich mit dir selbst und dem Leben.

 

“Beherzt ist nicht, wer keine Angst kennt, beherzt ist, wer die Angst kennt und sie überwindet.”

Khalil Gibran

 

Über Achtsamkeit im allgemeinen, was das ist und wie es dir hilft, kannst du hier weiterlesen